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Expedition Agilität – Draussen sein, um Drinnen besser zu werden

Die Ausgangssituation

Selbstorganisation, hierarchielose Organisation, autonomes Handeln, schlanke Prozesse, sehr schnelles Lernen, mit Unsicherheit umgehen, Fehler feiern, Kommunikation, Beziehung, Selbst- oder intrinsische Motivation usw. – Kriterien und Begriffe, die die Diskussion bestimmen, wie wir in einer volatilen, von Unsicherheit, Komplexität und Vieldeutigkeit geprägten Welt (VUCA – vgl. auch:https://www.vuca-welt.de) weiterhin orientierungsfähig, innovativ und wirtschaftlich erfolgreich bleiben.

Der Begriff der Agilität – ursprünglich aus dem Projektmanagement kommend und als „Scrum“-Modell mittlerweile fest etabliert und sich immer mehr verbreitend – fasst einen Set an Denk-, Verhaltens- und Organisationsweisen zusammen, die schnelle Anpassung an sich beschleunigenden Wandel und zielorientiertes Agieren leisten sollen.
Agilität ist ein Begriff, der durchaus unterschiedlich gefasst wird. Dies soll hier nicht diskutiert werden.

Bei Wikipedia finden wir:
Agilität ist ein Merkmal des Managements einer Organisation (Wirtschaftsunternehmen, Non-Profit-Organisation oder Behörde), flexibel und darüber hinaus proaktiv, antizipativ und initiativ zu agieren, um notwendige Veränderungen einzuführen (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Agilität_(Management))

Teams als produktive Einheit in Unternehmen spielen hier eine zentrale Rolle. Hierarchische Steuerung gerät immer mehr in den Hintergrund. Uns geht es bei diesem Ansatz darum, auf der einen Seite Aspekte von Agilität zu erfahren, gleichzeitig aber das Thema vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen und Anforderungen im Unternehmen zu erleben und zu konkretisieren.

Die Anforderungen und Skills, die der einzelne im Modell des agilen Arbeitens erfüllen bzw. zeigen muss, sind sehr hoch, vor allem wenn es um Selbstverantwortung und Selbststeuerung geht – und das Team als Handlungs- und Lernfeld ist hier essenziell, um als einzelner zu bestehen (vgl. http://www.wiwo.de/erfolg/vordenker-spezial/methoden-der-zusammenarbeit-agile-organisation-ist-nicht-jedermanns-sache/14616678-2.html).

Fähigkeiten, die die Basis dieses Lernprozesses sind, wurden unlängst in einer Studie der Hochschule Fresenius zusammengefasst (vgl. http://www.adhibeo.de/2016/01/08/masterarbeit-agilitaet-interview-prof-becker/ ):

1. Vertrauen
2. Eigeninitiative
3. Fähigkeit zu teilen
4. Selbstreflexion
5. Sich auf ein gemeinsames Ziel verständigen
6. Kommunikation
7. Bereit zur Veränderung
8. Konzentration auf das Wesentliche
9. Verständnis für Kundenbedürfnisse

 

Das agile Übungsfeld „Natur“

Für das Erleben von Agilität nutzen wir Natur als Lern- und Übungsfeld und inszenieren mit der Lerngruppe – ob einzelne oder mit schon bestehenden Teams – einen gemeinsamen Weg, der von der Gruppe autonom zu definieren und zu bewältigen ist.

Wir nutzen hier unsere langjährige Erfahrung mit Gruppen draußen im Outdoortraining und setzen den Fokus auf die Erfolgsfaktoren agilen Denkens (Mindset) und Verhaltens, letztlich die oben aufgeführten Punkte (vgl. auf unserer Seite im Netz vertiefend den Text zu unserem Trainingsansatz: https://www.fuehrungstraining-workforchange.de/die-leistungen/teams-keimzelle-des-erfolgs/outdoor-training.html ).

Und so inszenieren wir intensive Erfahrungen als Basis für Reflexion zu Agilität und der Bedeutung für das Unternehmen:

Inhalt und Ablauf

Die Veranstaltung teilt sich in 2 Teile; Tag 1: Outdoor-Teamtraining “Agilität”, Tag 2: Indoor-Workshop – Lessons Learned, Action Planning

Die konkreten Inhalte

Tag 1 – Outdoor-Teamtraining

Das Outdoortraining knapp skizziert:

Location:

Alpines Gelände zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald auf ca. 1000m Höhe

Inhalte und Ablauf des Trainings:

Der „Mentale Rahmen“ des Trainings ist der Weg. Der Weg, den z.B. ein bestehendes Team evtl. schon hinter sich hat und/oder den es zu gehen haben wird – anspruchsvoll, individuell als auch für das Team sehr fordernd, im ersten Begreifen alles andere als komfortabel, ein Weg, auf den wir uns sehr gut vorbereiten müssen und der uns auch immer wieder Überraschungen bietet – eine sehr passende Metapher und Expedition in einen Erfahrungsraum „Agilität“.

Mentale Briefings am Start und immer wieder parallel zu den Teamprozessen im Verlaufe des Trainings lenken die Aufmerksamkeit auf die Analogien der Prozesse draußen mit den Herausforderungen drinnen, wenn es genauso wie hier darum geht, in jeder Hinsicht agil zu sein und agiler zu werden.

Anders formuliert: Wir sind auf einem gemeinsamen Weg, haben ein Ziel und müssen sehr flexibel auf Unvorhergesehenes reagieren und genau die Skills abbilden und nutzen, wie diese oben formuliert sind.

Wie das jetzt umgesetzt wird!

Sehr früher Start am Morgen in alpinem Gelände, genau unter den Bedingungen, die wir draußen vorfinden mit mehr oder weniger Komfortzone, je nachdem, wann wir diese Expedition in die Agilität unternehmen. Sich sehr schnell einzustellen auf das, was ist und die eigene Motivation zu regulieren, ist hier oft schon eine erste Hürde.

Das Team findet GPS-gesteuert selbst den Weg, auf dem – je nach Feinabstimmung rechtzeitig vor der Veranstaltung mit dem Auftraggeber – noch Aufgaben zu bewältigen sind, die Teamdynamik und Teamperformance vor dem Hintergrund der Herausforderung „Agilität“ erfahrbar machen.

In Feedbackrunden während des Weges, die immer wieder eingestreut werden, werden „ganz normale Teamprozesse“ ins Bewusstsein gebracht und in ihrer Relevanz für die Performance des gesamten Teams reflektiert und erfahrbar („draussen sein, um drinnen besser zu werden“) – immer mit dem bewussten Fokus „Wie agil sind wir unterwegs?““Was genau erleben wir hier?“ „Was läuft gut?“ Wo ist Widerstand, Konflikt, Sand im Getriebe?“ Wie kann ich/können wir das ab sofort optimieren?“ Die einzelnen Abschnitte des Trainings draußen können auch als “Sprints” betrachtet werden in der permanenten Optimierung von Team-Leistungsprozessen.

Zielpunkt des „ersten Weges“ ist nach ca. 60 Minuten ein Areal im Bergwald, wo ein Niedrigseilgarten aufgebaut ist.

Dieser Niedrigseilgarten ist – wiederum symbolisch-metaphorisch betrachtet – ein weiterer Weg, den das Team erfolgreich zu bewältigen haben wird und vielfältige, intensivste Erfahrungen macht, was agiles Steuern von Leistungsressourcen auf ganz verschiedenen Ebenen (Gedanken als „Nicht-Gesprochenes“, Befindlichkeit mit sich und anderen, Kommunikation, Konflikt, Zielend Lösungsorientierung uvm.) bedeutet und wie das geht. Der Niedrigseilgarten ist in der Spannungskurve des Trainings der Höhepunkt, in dem nochmals alle Kompetenzen, die schon auf dem Orientierungsweg erlebt – und z.T. auch erlitten – werden – in gewisser Weise eine Zusammenfassung und Verdichtung des bis dorthin Erlebten und Reflektierten mit immer wieder faszinierenden Auswirkungen auf den Team-Spirit.
Nach der erfolgreichen Bewältigung der sehr schwierigen Aufgaben schweben die Teams in aller Regel nicht nur an diesem Tag sondern auch weiterhin in gewisser Weise einige Zentimeter “spirit-mäßig😉” mäßig über dem Boden. Nachhaltigkeit garantiert. Der Referenzen dazu sind viele!

Wieso ist ein Niedrigseilgarten bestens geeignet, Agilität bei sich, bei anderen und im gesamten System „ Team“ zu erleben und zu erlernen?

Knapp über dem Boden sind Seilstücke zusammenhängend zwischen Bäumen gespannt, die mithilfe von Oberkonstruktionen über den Seilstücken von allen Teammitglieder zu begehen sind, bis jede/r das Ziel erreicht hat.

Die Anmutung und die Erfahrung mit diesem Weg wird in aller Regel von allen wie folgt kommuniziert:
„Das ist doch nicht zu schaffen“

Und trotzdem wird das Team – gecoacht von den Trainern – auch diesen Weg bewältigen und am Ende maximal gestärkt und hochmotiviert den Herausforderungen entgegensehen, die in den kommenden „Expedition“ – zurück im Alltag – erfolgreich zu gestalten sein werden.

Die Metaphorik des Seilgartens „draußen“ vor dem Hintergrund agiler Prozesse „drinnen“ bietet reichhaltige Lernpotenziale für erfolgreiche Wege „drinnen“.

  • Wir lernen, erfolgreich auf „schwankendem Grund“ sicher zu gehen.
  • Es geht nur, wenn wir aller sehr gut abgestimmt die Leistungsprozesse designen und absichern.
  • Ein höchstes Maß an Achtsamkeit für mich und andere ist unabdingbar.
  • Kommunikative Kompetenz ist ein hochkritischer Erfolgsfaktor.
  • Erfahrungen machen heißt, immer auch mutig und proaktiv Fehler machen und aus diesen zu lernen.
  • Selbstverantwortung ist Voraussetzung von allem.
  • Konflikte entstehen sehr subtil und rechtzeitige Wahrnehmung und Kommunikation sichern Erfolg.
  • Vertrauen in sich und andere hat Voraussetzungen und ist die absolute Basis von Agilität.

Über Regeln werden der Teamprozess und die intensiven Teamerfahrungen gesteuert. Auch hier sichern situative und regelmäßige Feedbackrunden die Wahrnehmung der Erfolgsfaktoren der Performance im Team.
„Rückschläge“, neues Probieren, direkte körperliche und mentale Erfahrungen – alles auf einem sehr hohen Intensitätsniveau und insofern auch „hirnphysiologisch formuliert“ „tiefkortikal wirksam“ – sind ein reichhaltiger Fundus an Material, der aus dem Outdoor-Event mit nach drinnen genommen wird, um aus den Anstrengungen und Erfolgen des Tages nachhaltig „Honig zu ziehen“. AGILITÄT pur!

Ein Feedback von vielen:

“Dieses Outdoortraining hinterließ bei mir tiefkortikale Eindrücke, die im Projektalltag immer präsent sind und die Qualität und Effizienz von Projekten nachhaltig beeinflusst.”

Dr. Reinhold Nowak, CEO eines weltweit agierenden IP-Unternehmens


Tag 2 – Der Indoor-Workshop

Die Euphorie, die in aller Regel draußen entsteht, wird am 2. Tag in einem Workshop-Setting auf den Boden gebracht.
Moderierte Erfahrungsaustausch- Runden bringen die Lernerfahrungen des Outdoor-Tages auf den Punkt bzw. auf Karten.

Die Ergebnisse werden zusammengefasst und strukturiert. Die sensiblen Themen werden herausgearbeitet, gewichtet und in weiterführende Aktionen überführt.

  • Wie haben wir Agilität erlebt?
  • Wie sieht das bei uns im Unternehmen aus?
  • Wo ist anzusetzen, um agiler zu werden?

Eine Diskussion in gemischten Gruppen führt zu einer konkreten Vorstellung, wie das Thema weitergeführt werden kann und soll.

Ein digitales Video, das draußen entstanden ist, wird immer wieder eingestreut, um die Energie und den Erfolgswillen des Teams und die mehr oder weniger agilen Prozesse in den Raum zu holen, Erfahrungen nachhaltiger zu machen und dann evtl. auch später – je nach Bedarf – wieder hochzuholen und im Sinne der Nachhaltigkeit zu nutzen.

Methoden/Didaktisches Vorgehen

Draußen – gesteuerte Lernprozesse individuell und im Team via Feedback, offene Fragen, konkrete körperliche Erfahrungen als Metapher für Herausforderungen im Alltag

Drinnen – WorkshopModerierte Diskussion, Kleingruppenarbeit, Videoanalyse, Aktionsplanung

Vorgehensweise, Ziele und Umsetzung werden natürlich je nach Anforderung an das Thema sehr kundenspezifisch designed und umgesetzt.

Georg Pfreimer  .  6. Juni 2019