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Die Stärke “Fokus”

“Jede Art von Erfolg hängt von einer einzigen erlernbaren Fähigkeit ab: Fokus und Konzentration.
Wer es schafft, lange genug und konzentriert an einem Projekt dranzubleiben,
ohne sich vom Gesang der Sirenen ablenken zu lassen, wird fast zwangsläufig Erfolg haben.”
(Dr. Jan Höcker, https://www.habitgym.de/fokus-zitate/)

 

Das sagt doch alles, oder ????. Jetzt schaue man in sein Stärkenprofil und … Wo ist die Stärke “Fokus” gerankt. Bei mir auf 26 – von 34. Auweia. Und auf 1 Wissbegier, auf 2 Ideensammler, auf 3 Vorstellungskraft – das sagt doch alles, vor allem sagt es etwas über das Potenzial des Strengthsfinder. Nicht, dass ich nicht erfolgreich gewesen wäre. Aber eines ist klar: Wenn ich mit meinem Potenzial, meiner Leidenschaft an den Themen, mit den vielen Ideen… und dann noch stärker gewürzt mit Fokus… Wer weiß.

Aber jetzt der Reihe nach. Das Faszinierende – für mich faszinierende – am Gallup-Modell ist ja gerade die Talentdynamik. Dass jeder von uns seine einzigartige Talentsignatur so unbewusst wie natürlich permanent im Einsatz hat und je bewusster er diese hat, umso flexibler kann diese Dynamik genutzt werden. Darum geht es mir ja in der Beschreibung und Reflexion von Talenten in dieser Stärken-Anthologie.
Und mit der Stärke “Fokus” will ich es genauso halten. Denn selbst wenn Fokus an Nummer 1 steht nach der Auswertung des Strengthsfinder-Assessments, würde ich die Zwangsläufigkeit des Erfolgs trotzdem anzweifeln. Schon allein deshalb, weil unsere Talentdynamik, die ich in der Vorstellung der einzelnen Talente immer auch deutlich mache, immer vieldimensional ist; und Erfolg damit immer ein bewusstes Zusammenspiel mehrerer Talente.

Wir erkennen einen hohen Score im Talent “Fokus” daran, dass diese Menschen …

… sich bewusst Ziele setzen, diese sehr bewusst verfolgen und laufend evaluieren bzw. (nach-)steuern.
… ihre Prioritäten kennen und danach handeln.
… eine hohe Aufmerksamkeit auf Effizienz und Effektivität haben.
… instinktiv Signale, Termine und Optionen wahrnehmen, die der Zielerreichung dienen.
… auf Einhaltung von Absprachen und Umsetzung vereinbarter Ziele drängen (Indiz “Ungeduld”)

“Fokus” als ein Talent aus der Talentkategorie “Durchführung” ist natürlich nützlich, wenn es ums Dranbleiben, um Umsetzung, einfach ums Tun geht. Ich z.B. mit meiner enormen Wissbegier, meinem Ideensammler, meiner Vorstellungskraft und meiner Strategie (Rang 1 -4) erschaffe spielerisch Welten mit hoher Attraktivität und auch der Weg dorthin ist nicht das Thema. Die Fragen, die ich mir zu stellen habe, um auch umzusetzen sind die Fragen des “Fokus” (s. die obige Liste). Es geht um die Kombinatorik der Talente, um Nutzung der besten Stärken und um Ergänzung und Assistenz der Stärken, die eher “nachrangig” sind.

Die Logik ist einfach: Aus Talent wird durch richtige Übung und Fokussierung “Stärke” und “Stärke” kann immer weiterentwickelt werden. So auch hier.

Wie kann also Fokus noch weiterentwickelt werden?

  • Wie konkret sind meine Ziele formuliert. Wie SMART? Eine Voraussetzung, um diese auch zu erreichen.
  • Sind die Ziele schriftlich fixiert?
  • Wie gehen Kollegen mit Zielen um? Wo kann ich unterstützen?
  • Meine Zielstrebigkeit? Geht da noch etwas? Woran erkenne ich das?
  • Wie hilfreich kann ein regelmäßiger Ziel-Review sein?
  • Wie binde ich wen ein, um durch Einbindung und Feedback meine Ziele noch klarer zu definieren?
  • Wie konzentriert bin ich, kann ich sein? Wo geht’s wie besser?

Für alle – wie mich – die erkennen müssen, dass mehr “Fokus” durchaus sinnvoll wäre, können sich aus dem gesamten Stärkenportfolio bedienen, um mehr Fokus ins eigene Tun zu bringen und damit letztlich erfolgreicher zu sein.

“Bedeutsamkeit” zwingt zu fokussierteren Erwägungen, als wie wertvoll ich mit meinem Beitrag wahrgenommen werde.
“Überzeugung” fragt nach der Sinnhaftigkeit meines Tuns und und zwingt damit zur Konzentration auf das “Warum” und richtet damit Denken und Planen aus (!FOKUS!)
“Arrangeur” fragt kreativ nach der optimalen Allikation von Talent und Ressourcen i.S. einer maximalen Produktivität und richtet damit ebenfalls sehr stark aus.

Und natürlich zur Abrundung der Betrachtung der Stärke Fokus soll der Blick noch auf die Gefahren eines “Zuviel” gerichtet werden. Eine immer latent glimmend Angst vor Kontrollverlust kann zu übertriebenem “Fokus” führen, verbunden mit Unnahbarkeit und Starrheit und manchmal auch einer mehr oder weniger starken Verengung der Perspektive. Die “Assoziation” der Stärken “Anpassungsfähigkeit” , “Überzeugung” und “Einfühlungsvermögen” bietet sich hier an, um Fokus zu balancieren und weiterzuentwickeln. Damit aus Stärke nicht Schwächung wird.

 

Mehr zum Thema “Stärkenorientierung” finden Sie hier:

https://fuehrungstraining-workforchange.de/staerkenorientierung-alle-ps-auf-die-strasse-bringen/  – Der Ansatz „Stärkenorientierung“

https://fuehrungstraining-workforchange.de/das-2-tagestraining-staerken-erkennen-und-entwickeln-staerken-staerken-schwaechen-schwaechen/  – das intensive 2-Tages-Stärkentraining

https://fuehrungstraining-workforchange.de/die-staerke-leistungsorientierung/ – die Stärke Leistungsorientierung

https://fuehrungstraining-workforchange.de/das-staerken-coaching-machen-sie-aus-sich-das-beste-das-sie-sind/ –  Das Stärkencoaching

 

Georg Pfreimer  .  17. Mai 2022